Magie bei dir zu Hause – oder 3 Orte, an denen Chaos am häufigsten entsteht (ganz von allein)

Es gibt Orte im Haushalt, an denen wir jeden einzelnen Tag aufs Neue den Kampf verlieren. Zumindest kann es uns so vorkommen, wenn wir verzweifelt etwas suchen, uns durch einen Haufen unnötiger Dinge wühlen und nach „etwas“ Ausschau halten, von dem wir ganz genau wissen, dass es hier irgendwo sein muss.

Manche Haushalte haben einen solchen Ort. Manche drei. Und manche gleich alle auf einmal.

Interessant ist dabei, dass sie sich meistens an denselben Stellen befinden. Fast so, als würde sich die Unordnung in jedem Zuhause ihr Lieblingsrevier aussuchen.

Magie?

Schauen wir uns das gemeinsam an.

Der Eingangsbereich

Das kennen wahrscheinlich viele von uns …

Fehlende Schlüssel oder Schuhe – ein Szenario, das sich in vielen Haushalten immer genau dann wiederholt, wenn wir es besonders eilig haben.

Schuhe stehen einfach überall! Man könnte meinen, hier wohnen gar nicht so viele Menschen, dass es einen Grund für so viele Schuhe geben könnte. Schließlich können wir logischerweise immer nur ein Paar gleichzeitig tragen. Die Garderobe biegt sich langsam unter dem Gewicht von Jacken, Blazern und Mänteln. Vielleicht hängt dort sogar noch eine Winterjacke vom letztem Winter, obwohl sich der Sommer längst seinem Ende nähert. Und genau das, was du gerade suchst, ist auf magische Weise verschwunden – obwohl du ganz genau weißt, dass dein Lieblingsschal DOCH IRGENDWO HIER SEIN MUSS!!!!

Warum?

Nun, der Grund ist eigentlich ganz einfach. In den Gang kommen wir normalerweise zurück – nach der Arbeit, nach einem Spaziergang, nach dem Einkaufen, nach … Wir kommen eben nach Hause. Meistens müde, mit vollen Händen oder mit den Gedanken schon ganz woanders. Innerlich sehen wir uns bereits auf dem Sofa vor dem Fernseher: an nichts mehr denken, einfach ein bisschen durchatmen.

Also werden die Schuhe schnell ausgezogen und liegen gelassen, die Jacke kommt einfach über die anderen …

Ginge es auch anders?

TIPP: Machen wir meine geliebte 5-Minuten-Runde. Schauen wir zuerst auf die Schuhe.

Für den Anfang: Hast du direkt beim Eingang einen gut erreichbaren Schuhschrank oder eine andere Möglichkeit, deine Schuhe unterzubringen? Es reicht ein kleiner offener oder geschlossener Schuhschrank oder eine Sitzbank mit integriertem Stauraum für Schuhe.

Ich komme nach Hause und stelle meine Schuhe sofort dorthin, wo sie hingehören.

Sind gleichzeitig mit mir auch die Kinder nach Hause gekommen? Dann wollen wir es nicht übertreiben. Ein paar Tage lang räume ich meine Schuhe weg – und auch ihre – und nach und nach werden sich auch die Kinder diese Kleinigkeit angewöhnen.

Es ist überhaupt nicht kompliziert. Es ist nur eine einzige kleine neue Gewohnheit.

(Um Jacken und Wintermützen kümmern wir uns ein anderes Mal.)

Die Küchenarbeitsfläche

Wenn ich einen Ort auswählen müsste, der Dinge wie ein Magnet anzieht, wäre es ganz sicher die Küchenarbeitsfläche.

Benutztes Glas? Auf der Arbeitsfläche … Die Post kommt? Arbeitsfläche … Einkaufszettel? Arbeitsfläche …  Autoschlüssel zusammen mit dem Einkauf? Arbeitsfläche …

Soll ich weitermachen?

Eigentlich ist das ganz natürlich. Eine Familie verbringt relativ viel Zeit in der Küche. Und genau deshalb bleiben Gegenstände, die wir in die Küche mitbringen, häufig auch dort liegen.

Das Problem ist nur: Die Küchenarbeitsfläche lässt sich nicht aufblasen. Ganz im Gegenteil – Küchen in normalen Wohnungen sind meistens nicht besonders groß.

Zuerst bleibt dort ein Glas stehen, dann die Post, dann der Einkauf, am späten Nachmittag ein Spielzeug oder eine noch nicht kontrollierte Hausaufgabe.

Und plötzlich suchen wir nach einem freien Platz für das Schneidebrett oder für die Vorbereitung des Abendessens.

TIPP: Konzentrieren wir uns wieder nur auf ein einziges „Küchenproblem“. Denn wenn wir all diese Rätsel auf einmal lösen wollten, könnte ich daraus locker einen zweistündigen Monolog machen.

Schauen wir uns das Geschirr an – benutzt, sauber, aber noch nicht weggeräumt. Auch hier braucht es zuerst ein wenig Geduld von Mama und anschließend von den anderen Familienmitgliedern.

Probiert meine NBS-Regel aus – vielleicht werdet ihr überrascht sein.

Sie ist ganz einfach: Nimm – Benutze – Stell zurück (an seinen Platz).

Diese drei Schritte können das Geschirrkarussell in eurer Küche tatsächlich wie durch Magie verändern.

Erwachsene, größere und kleinere Kinder – jeder kann dieses System entsprechend seinen Möglichkeiten umsetzen. Und wenn sich ein solches System etabliert und konsequent angewendet wird, verschwindet zumindest das benutzte Geschirr von der Küchenarbeitsfläche.

TIPP 2: Wieder meine geliebte 5-Minuten-Runde am Abend vor dem Schlafengehen.

Auf dem Weg ins Badezimmer schaue ich noch kurz in die Küche rein und bringe in fünf Minuten alles in Ordnung, was sich in dieser Zeit erledigen lässt. Geschirr – in die Spülmaschine, in den Schrank, kurz abspülen. Lebensmittel – in den Kühlschrank oder in die Speisekammer. Die Spüle ist leer, also wische ich sie kurz aus. Danach noch die Küchenarbeitsfläche und den Tisch.
Fertig! Die Küche ist sauber für den nächsten Morgen.

Der Stuhl, der Sessel ooooooder … das Fitnessgerät

Wahrscheinlich gibt es in fast jedem Haushalt ein solches magisches Möbelstück.

Meistens steht es im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer.

Bei manchen ist es ein Stuhl. Bei anderen ein Sessel. Und manchmal wird für diese wichtige Aufgabe sogar ein Fitnessgerät herangezogen, das ursprünglich einmal mit einer völlig anderen Absicht gekauft wurde. 😂😂

Warum?

Nun, machen wir uns nichts vor,  wir alle kennen das … Hier landen Kleidungsstücke, von denen wir uns naiv einreden, dass wir sie bestimmt noch einmal anziehen werden. Dabei ist das noch nie passiert – und wird vermutlich auch nicht passieren. Der Stapel wächst so lange, bis von der Lieblingshose, der Krawatte oder der Bluse plötzlich jede Spur fehlt. Ein zusätzlicher Bonus kommt am Waschtag: Plötzlich haben wir drei oder vier Waschmaschinenladungen zusammen. Kein Wunder …

TIPP: Möchtest du den Sessel im Schlafzimmer tatsächlich zum Entspannen oder zum Weiterlesen deines angefangenen Buches benutzen? Dann stell einen Wäschekorb ins Schlafzimmer. Du findest bestimmt einen, der auch optisch gut zu deiner Schlafzimmereinrichtung passt. So kannst du künftig das Problem mit herumliegenden Kleidungsstücken und wachsenden Kleiderbergen vermeiden.

Und der magische Sessel kann endlich wieder seinen eigentlichen Zweck erfüllen. Stell eine einfache Lampe und einen kleinen Tisch daneben und tadaaaa … Gerade hast du dir eine kleine Ruheoase geschaffen, in der du mit deinem Lieblingsbuch entspannen kannst.

Warum gerade diese Orte?

Hmmm … Das ist die richtige Frage.

Aber vielleicht werde ich euch enttäuschen. Es liegt nicht daran, dass wir faul sind.

Der Hauptgrund ist, dass wir in unseren Wohnungen und Häusern einfach leben. Wir gehen arbeiten, kümmern uns um die Kinder, kochen, ruhen uns aus, bekommen Besuch. Und seien wir ehrlich: Ein bisschen Chaos gehört einfach dazu.

Alle Familienmitglieder 24 Stunden am Tag in ständiger Bereitschaft zu halten, ist unmöglich. Und ganz ehrlich? So ein Zuhause würde ich auch gar nicht haben wollen.

Auf der anderen Seite stimmt es natürlich, dass sich manche unserer täglichen Kämpfe ein wenig leichter gewinnen ließen.

Manchmal reicht eine einfache Lösung.

Manchmal eine kleine Veränderung im System.

Und manchmal einfach ein bisschen Disziplin.

Genau diese Kleinigkeiten können uns den Alltag deutlich erleichtern und aus unserem Zuhause einen Ort machen, an dem wir uns wohler fühlen.

Zum Schluss eine Frage

Wenn du dich heute Abend in deinem Zuhause umschaust, versuche, nur einen einzigen Ort wahrzunehmen. Nicht die ganze Wohnung. Nicht alles auf einmal.

Nur diesen einen Ort, an dem ihr den Kampf am häufigsten verliert.

Ist es das Eingangsbereich? Die Küchenarbeitsfläche? Der Stuhl im Schlafzimmer? Oder habt ihr zu Hause euren ganz eigenen „Chaos-Champion“?

Vielleicht stellst du fest, dass das Problem gar nicht darin liegt, wie viel wir reinigen oder aufräumen.

Vielleicht reicht es, ein paar kleine alltägliche Kämpfe zu gewinnen.

Denn wenn wir unsere Schuhe im Gang einfach so von den Füßen schmeissen können, können wir sie im selben Moment auch „einfach so“ an ihren Platz stellen. Und genau dasselbe gilt für das Glas auf der Küchenarbeitsfläche, das Sakko auf dem Stuhl oder die Hausaufgaben auf dem Tisch.

Und wie geht es weiter?

Wenn ihr euch in diesem Artikel wiedererkannt habt, habe ich eine gute Nachricht für euch.

Ihr müsst nicht gleich den ganzen Haushalt verändern. Ihr müsst nicht ein komplettes Wochenende für eine große Reinigungsaktion reservieren. Und ihr müsst ab Montag auch keine zehn neuen Regeln einführen.

Sucht euch einfach einen einzigen Ort aus. Den Ort, der euch zu Hause am meisten beschäftigt. Und schenkt genau diesem Ort in den nächsten Tagen ein wenig mehr Aufmerksamkeit.

Vielleicht werdet ihr überrascht sein, wie viel eine einzige kleine Veränderung bewirken kann.

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Und vergesst nicht, mir in den Kommentaren zu schreiben:

👉 Welcher Ort in eurem Zuhause verliert diesen Kampf am häufigsten?

Ich freue mich auf unser Wiedersehen im nächsten Artikel.

Nikol
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